Mutter-Kind-Kur

Bei sehr vielen Menschen ist das Wort Kur irgendwie und automatisch gleichbedeutend mit Urlaub. Gerade die Herren der Schöpfung beherrschen diese Interpretation sehr gut ...

Fataler Irrtum.

Die Sprüche „Dann erhol dich mal schön, dann kannst Du wieder voll durchstarten“ oder „Ah, Füße hochlegen auf Kassenkosten“ hat jeder schon mal so oder so ähnlich gehört, der eine Kur bewilligt bekommen hat.

Und die Sprüche machen es nicht besser und steigern das falsche Bild.

Denn eine Kur hat mit Urlaub so viel zu tun wie ein Marathon mit einem Spaziergang: Die Anforderungen und Abläufe sind total verschieden.

Mal ehrlich: Wenn ein Urlaub zur Regeneration ausreichen würde, nähme man dann tatsächlich in Kauf, mit etlichen anderen Frauen und Kindern weit weg von Zuhause stationär aufgenommen zu werden? Wohl kaum … Dann würde man doch lieber an den Strand fahren. Alleine.

Denn nichts anderes ist eine Kur: ein stationärer Aufenthalt zur Behandlung von Krankheitsbildern.

Die Gründe können sehr unterschiedlich sein.

Ob nun psychosomatischer oder rein physischer Art, ob wegen der Kinder oder einem selbst: Ärztliche Atteste bestätigen, dass die Notwenigkeit für eine Kur besteht. Die Ärzte sind die Spezialisten, nicht die Sprücheklopfer.

Dass die Mitmenschen eine Kur belächeln, zeigt, wie wenig Verständnis oftmals für die Nöte der Mütter vorhanden ist. Es sei daran erinnert, dass vor allem Mütter bzw. Hausfrauen an einem Burn-out-Syndrom leiden. Das kommt nicht von ungefähr.

Regel eins: die Sprücheklopfer ausblenden.
Regel zwei: sich gut vorbereiten. Und zwar nicht auf einen Urlaub, sondern auf eine Kur.

Sicher gehören Anwendungen, wie Massagen und Gymnastik, zum Ablauf dazu. Doch ein Kurhaus ist keine Werkstatt, in die man sich kaputt hineinschleppt und repariert wieder heim fährt. Bis zum nächsten großen Crash.

Vielmehr bekommt man die großartige Gelegenheit, selbst Wege aus dem zu finden, was einen krank macht. Wie vieles im Leben hängt der Kur-Erfolg von einer ordentliche Portion Selbstveränderung ab.

Das Kur-Haus gibt Ernährungsberatung, Sportmöglichkeiten, bietet Gesprächsgruppen, Physiotherapien oder Gesprächstherapien. Entscheidend ist: Man muss selbst etwas für sich tun.

ICH muss was TUN?

Das mag im ersten Moment abschreckend klingen, soll es aber absolut nicht sein!

Im Alltag hängt man oftmals so fest im Trott, dass man gar nicht richtig nachdenken kann, keine Kraft für Änderungen findet. Die klassische Betriebsblindheit plus Antriebslosigkeit.

Dieser lähmende Trott fällt in einer Kur weg!

Abstand vom täglichen Einerlei, kein Kochen, kein Putzen, vielleicht mal Wäsche waschen. Die Kinder werden betreut, und man kriegt jede Menge Hilfe angeboten. Der Kopf bekommt genau die sehr wichtige, notwendige Zeit, sich Dingen bewusst zu werden. Den schädlichen Dingen, die letztlich dazu geführt haben, dass die Kur erst nötig wurde.

Kennt man das Übel, kann man dagegen vorgehen. Eins nach dem anderen, nicht alles auf einmal.

Die Kommunikation mit den anderen Müttern halte ich für einen der wichtigsten Aspekte.

Die Erkenntnis, dass man nicht allein mit seinen Sorgen ist. Und dass man deswegen keine Versagerin oder ein Freak ist, der scheinbar die „harmlosen“ Anforderungen der modernen Welt nicht erfüllen kann.

Eine gute Vorbereitung und die richtige innere Einstellung machen diese Wochen zu dem ersten großen Schritt in die richtige Richtung. Ich habe keine Frau kennengelernt, die nach Hause gefahren ist und dann so weitermachte wie bisher. Und das ist 1. gut so und 2. verdammt wichtig!

Lebensverbessernde Änderungen sind oftmals mit ganz kleinen Schritten getan. Und man wundert sich, warum man sie nicht vorher schon gemacht hat.

Mit meinem Buch „Der Weg zum Kur-Erfolg“ möchte ich Müttern helfen, sich auf die Kur optimal vorzubereiten, kleine Stolpersteine zu vermeiden und die Zeit nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Es ist gegliedert in folgende Abschnitte:

-  Allgemeine Vorbereitungen (was muss mit? Wie reagiert man auf die Kommentare der Mitmenschen)
-  Ablauf der Kur (Therapieplan, Kinderbetreuung, Änderungen der Termine vor Ort)
-  Das Essen und das Miteinander
-  Gesprächsgruppen
-  Arbeitsblätter für all jene, die etwas in ihrem Leben ändern müssen (bei beispielsweise Burnout, psychosomatischen Leiden)

Aufgelockert durch Zeichnungen, garantiert ohne Fachchinesisch!

Wenn man so möchte, handelt es sich um einen erweiterten Erfahrungsbericht. Ich war während zweier Kuren erschrocken darüber, wie wenig vorbereitet Mütter mit ihren Kindern zur Kur geschickt werden.

Im schlimmsten Fall stehen dann Enttäuschung und Nörgeln im Vordergrund – das sollte nicht sein!

Ich bin mir sicher, viele offene Fragen mit meinem Ratgeber beantworten zu können und mit meinen Tipps zum Kur- Erfolg beizutragen.

 „Der Weg zum Kur-Erfolg“
ISBN
978-3-8391-1529-9

Auch erhältlich bei Amazon oder direkt bei BoD.

Allen Kurenden wünsche ich gute Besserung!

Sonja Rüther

Homepage Sonja Rüther

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