Sozialentwicklung
Soziales Wohlbefinden ist der Dünger des Lebens. Soziales Verhalten, dieses Wort fasst die Art zusammen, wie wir uns als Einzelne oder als Gruppen in der Gemeinschaft zurechtfinden. Soziales Wohlbefinden gedeiht überall dort, wo Menschen geliebt, wo persönliche Fähigkeiten gefördert und Schwächen akzeptiert werden. Eine positive soziale Entwicklung setzt auch Mitsprache und Mitbestimmung voraus. Wo Fremdbestimmung herrscht, verkümmern die wichtigsten sozialen Gefühle.

Die Sozialentwicklung
1. Monat | 2. Monat | 3.Monat | 4.Monat | 5.Monat | 6.Monat | 7.Monat | 8.Monat | 9.Monat | 10.Monat | 11.Monat | 12.Monat | 13 bis 16 .Monat | 16 bis 18 .Monat |19 bis 21.Monat | 22. bis 24.Monat | 2. bis 2½ Jahre | 2½ bis 3 Jahre | 3 bis 4 Jahre | 5 bis 6 Jahre | 6 bis 7 Jahre |
1. Monat
  • lässt sich beruhigen, wenn man den Säugling auf den Arm nimmt
  • zeigt eine Aufmerksamkeitsreaktion, wenn man aufmerksam, liebevoll zu ihm spricht (öffnet weit den Mund)
  • betrachtet seine Hand und seine Finger in den ersten drei Monaten
  • unterscheidet hell-dunkel, sowie Umrisse
  • das Sehen ist noch unscharf
2. Monat
  • reflexartiges Lächeln, weil sich die Mutter mit ihm beschäftigt oder zu ihm spricht
  • kann mit den Augen einen Gegenstand fixieren
3. Monat
  • das Plaudern des Kindes wird verstärkt
  • reagiert vermehrt mit einem Lächeln oder mit verstärkter Lautbildung
  • befolgt das bewegende Gesicht kurz mit den Augen
  • reagiert aufmerksam auf Musik und sucht die Tonquelle mit den Augen
  • beginnt Handlungen absichtlich zu wiederholen (mit den Händen spielen)
4. Monat
  • Lächeln wird ausdrucksvoller
  • zeigt Freude, wenn man mit ihm spricht und spielt
  • es unterscheidet, ob es in der Gemeinschaft mit einem anderen Menschen ist oder alleine
5. Monat
  • wendet den Kopf singenden und sprechenden Personen zu
  • lässt sich beruhigen mit liebevollen Worten, wenn es weint
  • lächelt sein Spiegelbild an
  • hört es Musik, hört es auf zu schreien oder beginnt zu plaudern
6. Monat
  • Unterschiede im Gesichtausdruck beantwortet das Kind in seiner Mimik und durch seine Laute
  • unterscheidet liebevolle Stimmen von ärgerlichen
  • führt Gegenstände zum Mund
7. Monat
  • erste Anfänge sozialer Nachahmung
  • sucht aktiv die Aufmerksamkeit der Erwachsenen (mit dem Blick oder den Lauten)
8. Monat
  • reagiert gegenüber fremden Personen oft ängstlich oder ärgerlich, beginnt zu weinen, wendet sich ab (sog. Fremden)
  • unterscheidet Fremde von der Mutter, es wird sich der Einmaligkeit der Mutter bewusst
  • mit vertrauten Personen spielt das Kind
  • das Kind tritt mit Erwachsenen in Kontakt
9. Monat
  • geht vermehrt auf das Verhalten des Erwachsenen ein, sofern ihm dieser vertraut ist
  • wendet den Kopf nach ihm bekannten Geräuschen, auch auf seinen Namen
10. Monat
  • geht auf die Gebärden des Erwachsenen ein (wendet den Kopf zu, wenn man ihm ruft)
  • führt einfache Gebärden aus (Winken beim Abschied)
  • beginnt sich selbst zu füttern mit den Händen
  • entwickelt erste Selbständigkeit
11. Monat
  • zeigt seine Zuwendung deutlich und in bestimmter Form (schmusen, umarmen, küssen)
12. Monat
  • wendet sich vermehrt dem Erwachsenen zu
  • einfache Aufforderungen kann es ausführen
  • reagiert auf plötzliche Geräusche oder beim Aufleuchten eines Lichts mit fragendem Gesichtsaudruck
13. bis 16. Monat
  • hilft beim An- und Auskleiden mit
  • beginnt die Essgewohnheiten des Erwachsenen anzugleichen
  • erste Anfänge des Zusammenspielens
  • ist unabhängiger, es will alles mögliche selber versuchen
  • verwendet das verneinende "Kopfschütteln"
  • löst sich vermehrt vom Erwachsenen
16. bis 18. Monat
  • zeigt Körperteile an sich
  • fängt an, sich selber an- und auszuziehen
  • beginnt sich zu schämen, wenn es etwas angestellt hat (davonlaufen, verstecken)
19. bis 21. Monat
  • beginnt zu verstehen, dass gewisse Dinge jemandem gehören
  • versucht die Beziehung zum Erwachsenen aufrecht zu halten (gemeinsames Stossen des Kinderwagens, sucht nach der Hand usw.)
  • versucht dem Erwachsenen zu verstehen zu geben, was es durch den Tag erlebt hat
  • es braucht selbst eine Ecke oder ein Fach, wo es seine eigenen Sachen unterbringen kann
22. bis 24. Monat
  • nennt sich beim Namen
  • einfache Rollenspiele finden statt (Puppe füttern, ins Bett bringen, wickeln usw.)
  • wendet sich an die Erwachsenen bei bestimmten Bedürfnissen (bei Hunger, Durst usw.)
  • kennt sich im Haus und der Umgebung aus
  • kann noch nicht teilen
  • Bräuche nehmen Bedeutung an (Geburtstage, Weihnachten usw.)
  • die Sprachentwicklung ist ein entscheidender Bestandteil der sozialen Entwicklung in diesem Lebensabschnitt
2 bis 2½ Jahre
  • erkennt den Geschlechtsunterschied
  • ist unausgeglichen, besonders in seinem sozialen Verhalten (klammert sich mal sehr an die Mutter, dann wieder ausgesprochen von ihr wegstrebend)
  • eignet sich die Spielzeuge anderer an, weniger um mit ihnen zu spielen, sondern um sie zu besitzen
  • gegen Ende dieser Phase entdeckt es seinen eigenen Willen
  • erfindet Freunde oder Tiere (spielt mit ihnen in der Fantasie)
2½ bis 3 Jahre
  • entdeckt den eigenen Willen - "Trotzphase" (sich als eigenständige Persönlichkeit)
  • hilft im Alltag mit, (z.B. Tischdecken)
  • beginnt mit gleichaltrigen Kindern in Beziehung zu treten
  • ist eher geneigt, auf gleichaltrige Kinder zu hören, als auf die Erwachsenen
  • gibt sich mehr Mühe dem Erwachsenen zu gefallen, kann sich unterordnen
  • es ist für Lob und Tadel sehr empfindsam
  • beginnt zu teilen
3 bis 4 Jahre
  • Zusammengehörigkeitsgefühl für Familie und Heim
  • vergleicht andere Familien mit der eigenen
  • erste Freundschaften entstehen
  • beginnt Werturteile der Erwachsenen zu übernehmen (dieses Kind ist brav oder unartig usw.)
  • geht alleine in die etwas weitere Nachbarschaft
  • nimmt Aufforderungen von Aussen leichter an, als die der Eltern
  • verlangt viel Aufmerksamkeit der Eltern
  • erzählt erlebte Geschehnisse
  • lässt die Mitmenschen seine Zuneigung und Vorwürfe spüren
  • spielt verschiedene Rollen (Mutter, Tierrollen, Prinzessin, Tiger usw.)
  • geht erste dauerhafte Bindungen ein
  • besteht darauf, vieles selbst zu tun
  • bewundert selbst Geleistetes und erwartet dies auch von den anderen
5 bis 6 Jahre
  • bewegt sich selbständig in der Nachbarschaft
  • versteht einfache Spielregeln
  • beginnt Erwachsene zu kritisieren
  • braucht viel Lob und Anerkennung
  • misst sich an anderen Kindern und Erwachsenen
  • ist oft ratlos, will jedoch keinen Rat annehmen, besonders nicht von Erwachsenen
  • beschäftigt sich mit seiner eigenen Säuglingszeit
  • blickt vermehrt in die Zukunft (wen Heirate ich später einmal, wie möchte ich wohnen usw.)
  • das Interesse an der Umwelt wächst
  • versucht sich bei Gesellschaftsspielen unterzuordnen, verliert nicht gerne
6 bis 7 Jahre
  • hat ein starkes Bedürfnis nach Gemeinschaft und Zusammensein mit anderen Kindern
  • löst sich vermehrt von der Mutter
  • entwickelt soziale Ängste (z.B: das Zuhause zu verlieren)
  • ist wieder mehr in sich zurückgezogen
  • zeigt Scham und lässt sich nicht gerne berühren
  • versucht sich vor Auseinandersetzungen zurückzuziehen
  • beschäftigt sich hauptsächlich mit der eigenen Identität
  • setzt sich eigene Ziele
  • überfordert sich oft selbst

 

 

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