Wissenswertes über die Säuglingsernährung
Im ersten Lebensjahr kann die Ernährung des Säuglings auf Grund der körperlichen und psychischen Entwicklung in drei Phasen unterteilt werden: Die Dauer der einzelnen Abschnitte ist bei jedem Säugling verschieden - sie kann zwischen 3 und 6 Monate liegen.

Die Still - und Trinkphase
Die Still- und Trinkphase dauert ungefähr 4 bis 6 Monate. Das Kind kann während dieser Zeit nur saugen und schlucken. Der Magendarmtrakt kann noch keine feste Nahrung verarbeiten. Deshalb ist in dieser Phase die Ernährung ausschliesslich flüssig.

Die Abstill- oder Übergangsphase
Zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat ist die psychomotorische Entwicklung des Säuglings soweit gereift, dass er mit Beissen und Kauen beginnen kann. Der Magen-Darmtrakt ist nun in der Lage, zunehmend mehr Lebensmittel zu verdauen. Nebst der flüssigen Ernährung fängt der Säugling an, Nahrung in Breiform zu sich zu nehmen. Ab dem 7. Monat kann der Nährstoff bedarf des Säuglings nicht mehr allein durch die Muttermilch oder durch Säuglingsnahrung gedeckt werden.

Die Phase der angepassten Erwachsenenkost
Nach ungefähr 12 Monaten stammt ein Grossteil der Nahrung vom Tisch des Erwachsenen. Das Kind kann jetzt beissen und kauen. Bis ans Ende des 1. Lebensjahres erhält es zur Schonung des Magen-Darmtrakts noch keine blähenden Nahrungsmittel. Zur Schonung der Nieren sollten Kleinkinder noch alles ungesalzen erhalten.

 

Muttermilch
Das Stillen und die Muttermilch haben für Mutter und Kind zahlreiche gesundheitliche Vorteile - und auch deutliche Vorteile gegenüber industriell hergestellter Säuglingsnahrung. Deshalb empfiehlt man heute eine möglichst lange © photocase Benutzerprofil von m!ra Stillperiode. Solange das Kind voll gestillt wird oder ausschliesslich industrielle Säuglingsnahrung erhält, braucht es grundsätzlich keine weiteren Getränke. Mit der üblichen Milch erhält das Kind so viel Flüssigkeit, dass es selbst an heissen Tagen keinen zusätzlichen Durstlöscher braucht. Es gibt aber besondere Situationen, in welchen Säuglinge zu viel Flüssigkeit verlieren wie z.B. bei Durchfall oder Erbrechen. Dann werden eventuell besondere Massnahmen nötig sind. Sobald mit der Breikost begonnen wird, kann es sein, dass das Kind mehr Durst verspürt. Nach jeder Breimahlzeit kann dem Baby deshalb ungesüsster Tee (Fencheltee) oder Wasser (im 1. Lebensjahr vorsichtshalber abgekocht) angeboten werden. Zuckerhaltige Getränke, insbesondere gezuckerte Babytee-Sorten, sind zum Durst löschen nicht geeignet. Sie sind die Hauptursache dafür, wenn später schon bei den Milchzähnen des Kindes Kariesprobleme auftreten. Zudem gewöhnt sich ein Kind an ein Süssigkeitsempfinden, welches später zu Fehlernährung beitragen kann. Mit dem Übergang zur Familienkost ca. ab dem 12. Lebensmonat braucht das Kind regelmässig Flüssigkeit. Es soll darum daran gewöhnt werden, zu jeder Mahlzeit etwas zu trinken. Das Kind sollte möglichst früh aus dem Trinkbecher trinken.

Alternativen zur Muttermilchernährung
Wenn eine Frau entscheidet, nicht oder nicht so lange zu stillen, gibt es für ihr Kind Muttermilchersatzpräparate. Worauf eine Mutter achten muss, ist in den folgenden Kapiteln beschrieben.

Säuglings-Anfangsnahrung
Mittels hoch entwickelter Technologie wird die Kuhmilch so gut wie möglich der Muttermilch angepasst. Diese Milchpräparate sind für den Säugling ab Geburt geeignet. Sie decken den Nährstoff bedarf eines Säuglings bis zum 6. Lebensmonat. Spätestens dann sollte die Schoppennahrung mit Beikost ergänzt werden (siehe Kapitel Beikost). Wichtig ist, dass die Milch so zubereitet wird, wie es auf der Packung angegeben wird. Wie viel und wie oft das Kind nach Nahrung verlangt, bestimmt es dann selber. Je nach Tageszeit wird es mehr oder weniger trinken. Wenn das Kind nach mehr verlangt, kann man ihm auch mehr geben, doch sollte dem Schoppen nicht mehr Pulver beigefügt werden als auf der Packung angegeben.

Folgenahrung
Folgemilch ist ein Teil der Beikost und darf deshalb nicht als Muttermilchersatz während den ersten 4 Lebensmonaten verwendet werden. Folgenahrungen können die Anfangsnahrung frühestens ab dem 5. Monat ersetzen, müssen dies aber nicht. Man kann die Anfangsnahrung bis ans Ende des 1. Lebensjahres beibehalten, wenn das Kind nebenbei die Beikost erhält wie sie in Kapitel Beikost beschrieben ist. Folgenahrung können Gemüse- oder Fruchtzusätze enthalten.

H.A.-Milch
Hat ein oder haben sogar beide Elternteile mit einer Allergie zu kämpfen, besteht für das Kind ein erhöhtes Allergierisiko. Stillen ist in jedem Fall die beste Vorbeugung dagegen. Falls eine Frau aber nicht oder nicht so lange stillen möchte, empfiehlt es sich deshalb, eine hypoallergene Milch für das Kind zu kaufen - die H.A.-Milch. Bei dieser H.A.-Milch werden die Kuhmilcheiweisse technologisch soweit zerlegt, dass sie viel weniger Allergien auslösen können. Für einen wirksamen Allergieschutz sollte das Kind in den ersten 6 Monaten keine andere Nahrung erhalten als Muttermilch oder H.A-Milch.

Selbstgemachte Milchnahrung im ersten Lebensjahr
Die Ernährung mit selbst gemachten Schoppen ist im 1. Lebensjahr nicht empfehlenswert. Es besteht die Gefahr von Fehlernährung und von Darminfektionen. Wenn eine Mutter ihrem Kind keine industriell hergestellte Milchnahrung geben möchte, sollte sie unter allen Umständen versuchen, ihr Kind so lange wie möglich zu stillen.

 

Einführung der Beikost
Zwischen dem 5. und 6. Lebensmonat kann mit der Einführung der Beikost begonnen werden. Nach einem halben Jahr reichen die Muttermilch oder die industrielle Anfangsnahrung allein nicht mehr für die Ernährung des Kindes aus. Das Kind ist stark am Wachsen und benötigt viele Nähr- und Wirkstoffe. Gleichzeitig laufen in diesem Alter psychomotorische Entwicklungsprozesse ab. Das Kind beginnt mit den Kaubewegungen und lernt, den Löffel oder eine Trinktasse zu halten. Zudem kommen die Zähne, welche darauf hinweisen, dass das Kind nun auch für andere Nahrung bereit ist.

Grundsätzlich zur Beikost
Mit der Beikost kann frühestens ab dem 4. Lebensmonat begonnen werden. Es ist jedoch empfehlenswert mit der Einführung der Beikost länger zu warten. Spätestens im 7. Lebensmonat sollte jedoch damit begonnen werden. In monatlichen Abständen kann man eine Brust- bzw. Schoppenmahlzeit durch eine Breimahlzeit ersetzen, wobei dies von Kind zu Kind individuell ist. Die Nahrungsmenge wird von Monat zu Monat gesteigert und dem Kind angepasst. Am Anfang sollte das Kind die Nahrung in gemixter Form (Brei) erhalten, welcher nicht zu dick sein darf. Später, ca. ab dem 8. Monat, reicht es, wenn die Nahrung mit der Gabel zerdrückt wird, je nach Kautechnik und Zähnen des Kindes. Im 1. Lebensjahr sollte der Säuglingsnahrung kein Salz zugesetzt werden. Sehr salzige Nahrungsmittel sind für den Säugling ungeeignet. Auch sollte der Säugling im 1. Lebensjahr keine blähenden Gemüse erhalten.

Zu bedenken ist, dass die Umstellung von Saug- Schluck- Reflex auf die Kaubewegungen erlernt werden muss. Dies erfordert von der Mutter und dem Vater viel Geduld. Die Mahlzeiten sollten in einer entspannten Atmosphäre stattfinden. Es ist gut, wenn genug Zeit für die Mahlzeit des Kindes eingeplant wird. Am Besten beginnt man mit einigen Löffeln Gemüsebrei (Kartoffel, Karotten und 1 KL Olivenöl) nach der Brust- oder Flaschenmahlzeit. Die ersten Versuche dienen dazu, das Kind mit fester Nahrung bekannt zu machen. Es muss noch nicht satt davon werden. Kleinere Mengen über den Tag verteilt, verhindern Verdauungsprobleme. Es ist ratsam, einen möglichst kleinen, schmalen Löffel zu benutzen, evtl. einen Plastiklöffel, der sich weicher anfühlt als ein Metalllöffel. Wenn das Kind den Brei völlig ablehnt, kann man versuchen etwas Muttermilch oder Säuglingsmilch darunter zu mischen, das wird meistens besser akzeptiert. Die Menge wird langsam gesteigert, bis eine Breimahlzeit nach ca. 2 Wochen bis 1 Monat eine Milchmahlzeit ersetzt. Die Portionen der Breimahlzeiten können sehr unterschiedlich ausfallen. Jedes Kind is(s)t anders. Solange das Kind zunimmt und einen gesunden und zufriedenen Eindruck macht, kann man davon ausgehen, dass es das isst, was es braucht. Nicht alle Frauen haben Zeit oder Lust, den Brei selber zu kochen. Für diejenigen, die die Breie nicht selbst zubereiten, stehen industriell hergestellte Nahrung aus dem Gläschen oder in Pulverform zur Verfügung. Die genaue Zubereitung ist auf der Packung angegeben.

Text KKE

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